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* Wanderfalke


Foto: © Pühringer

Falco peregrinus

Taxon-ID: 240340

Sokol stehovavý (CZ)
Halcon peregrino (E)
Faucon pelerin (F)
Vandorsolyom (H)
Sivi sokol (HR)
Pilgrimsfalk (S)
Peregrine (GB)
Pellegrino (I)
Noordse slechtvalk (NL)
Sokol selek (SLO)

Charakteristik: 35 - 51 cm groß, 80 - 115 cm Spannweite, Oberseite dunkelblaugrau,

Lebensraum:  Vorwiegend Felsbrüter, daher in gebirgigen Regionen

Verhaltensweisen: Jagen praktisch ausschließlich Vögel im Flug, entweder im Sturzflug oder hochrasanten Verfolgungsflug aus dem toten Winkel heraus

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Der Wanderfalke ist die größte in den Nördlichen Kalkalpen brütende Falkenart. Er erbeutet nur fliegende Vögel, meist im spektakulären Sturzflug. Im Nationalpark Kalkalpen leben drei bis vier Brutpaare, manche Reviere sind allerdings recht unregelmäßig besetzt.

Der Größenunterschied zwischen den beiden Geschlechtern ist enorm: Das Männchen hat bei 38 bis 45 cm Länge eine Spannweite von 89 bis 100 cm, das Weibchen ist dagegen 46 bis 51 cm groß mit einer Spannweite von 104 bis 113 cm. Altvögel sind oberseits schiefergrau, unterseits weiß mit dichter schwarzer Bänderung. Der Kopf zeigt eine schwarze Kappe und einen breiten schwarzen Bartstreif. Im Flug wirkt der Wanderfalke dank schlanker, spitzer Flügel schnittig und elegant. Die Stimme ist praktisch nur am Brutplatz zu hören.

Wanderfalken brüten in den Nördlichen Kalkalpen ausschließlich in Felswänden. Da sie keine eigenen Nester bauen, sind sie auf geeignete Nischen angewiesen. Manchmal wird auch ein Kolkraben-Horst bezogen. Tauben, Drosseln, Stare und durchziehende Kleinvögel bilden die Hauptnahrung. Die optimalen, nahrungsreichen Lebensräume liegen an Felsen am Rand der großen Flusstäler. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts war der Wanderfalke weltweit vom Aussterben bedroht. Schuld daran waren vor allem die Aushorstung der Jungen durch die Falknerei sowie der intensive Biozideinsatz, der viele Vögel unfruchtbar machte. Nach der Beseitigung der bekannten Rückgangsursachen haben sich die Bestände in Mitteleuropa wieder gut erholt.

In den oberösterreichischen Kalkalpen brüten derzeit etwa 40 Paare. Außeralpin sind Bruten in Steinbrüchen möglich. Ein erster Nachweis dafür gelang vor wenigen Jahren im Mühlviertel. Hier verhindert offenbar der Uhu, der den Wanderfalken auch erbeutet und zusätzlich als Nistplatzkonkurrent auftritt, eine Arealausweitung. Aus nahrungsökologischen Gründen liegen einige Brutgebiete außerhalb der Nationalpark Grenzen. Das Zentrum des Hintergebirges ist offenbar aus Gründen des Waldreichtums nur von mäßiger Attraktivität.

Nachweise im Gebiet des Nationalpark Kalkalpen

Status, Gefährdung und Schutz
Status Nationalpark Kalkalpen Brutvogel, nicht häufig
Status Oberösterreich (2005) sehr seltener Brutvogel
Rote Liste Österreich (2005) Gefährdung droht
Rote Liste OÖ (2003) gefährdet
Bestand in Europa (2003) europaweit selten
Schutzverantwortung für Österr. stark verantwortlich
Handlungsbedarf für Österreich Schutzbedarf gegeben
Vogelrichtlinie der EU  Anhang I
Naturschutzgesetz OÖ geschützt

Wikipedia


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